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Was kann im Erbprozess alles schiefgehen?

Wie man sich auf den Erbprozess am besten vorbereitet

Der Erbprozess ist eine der wichtigsten Institutionen des deutschen Erbrechts und als solche sehr streitbeladen. Was ein Anwalt für Erbrecht hier rausholen kann soll dieser Artikel verdeutlichen.

Steigen wir also ohne Ausschweifungen direkt in das Thema ein und erläutern wir die Münchner Erbrechtspraxis anhand von Fallbeispielen. Nur auf diese Weise lässt sich die bisweilen komplizierte Materie durchsteigen.

Die Anlässe für Erbprozesse sind vielseitig, wie folgende Beispiele zeigen:

  • Die Erben sind mit der Verwaltung durch den Testamentsvollstrecker in München unzufrieden und prozessieren vor dem Nachlassgericht, um dessen Entlassung durchzusetzen.
  • Ein enterbter Pflichtteilsberechtigter verklagt den Alleierben oder die Miterben auf Auskunft über Umfang und wirtschaftliche Zusammensetzung des Nachlasses. Um Pflichtteilsergänzungsansprüche durchzusetzen verklagt er den Erben zusätzlich auf Auskunft bezüglich Schenkungen des Erblassers.
  • Die Miterben A und B verklagen den Miterben C auf Mitwirkung zu einer notwendigen Verwaltungsmaßnahme, die sie ohne ihn nicht rechtswirksam vornehmen können.

Was sollte man also beachten?

Dennoch ist es meiner Ansicht nach unerlässlich sich einen anwaltlichen Rat einzuholen um auch die verschiedenen prozessualen Besonderheiten beleuchten zu lassen und nicht in die verschiedenen Fallen zu tappen. Nur die Miterben können einen solchen Anwalt mandatieren und auch nur diese müssen die Rechnung für seine Handlungen übernehmen. Das sollte man vor einer Mandatierung immer im Hinterkopf behalten.

Achtung: Bei einer Erbengemeinschaft kann jeder Miterbe in eigenem Name die Ansprüche des Nachlasses sowohl außergerichtlich als auch gerichtlich geltend machen. Er kann aber die Leistung nur an alle Miterben verlangen.

Beispiel: Der Miterbe A in München klagt eine Nachlassforderung gegen den Schuldner S ein. Er kann dies in eigenem Namen tun, wenn die andren Miterben B und C untätig bleiben. Er muss aber im Klageantrag die Zahlung an die Erbengemeinschaft A/B/C verlangen.

Erbprozesse folgen den allgemeinen Regeln der Zivilprozeßordnung (ZPO). Handelt es sich um Geldansprüche, so werden Prozesse mit einem Streitwert bis Euro 6.000,– vor dem Amtsgericht und mit einem Streitwert über Euro 6.000,– vor dem Landgericht geführt. Für die örtliche Zuständigkeit gibt es die Besonderheit eines Gerichtsstands der Erbschaft. Betrifft z.B. der Erbprozess den Streit um die Feststellung, wer Erbe ist, ein Vermächtnis oder Pflichtteilansprüche oder um die Auseinandersetzung der Erbschaft, so ist das Gericht örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes gelebt hat.

Praxistipp: Bei Erbschaftsstreitigkeiten ist es ratsam, einen Fachanwalt für Erbrecht einzuschalten!

Den Erben gegenüber ist der Testamentsvollstrecker zu folgenden Handlungen verpflichtet:

  • Er muss unverzüglich nach Antritt des Amts ein Nachlassverzeichnis erstellen, aus dem sich ergibt, wie sich die Vermögenspositionen und Schulden des Nachlasses zusammensetzen.
  • Er muss den Erben über die von ihm vorgenommenen Geschäfte in München Auskunft erteilen und jährlich Rechnung legen, d.h. eine geordnete Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben vorlegen.
  • Während seiner Amtszeit muss er Nachlassgegenstände, deren er zur Verwaltung des Nachlasses nicht bedarf, an die Erben herausgeben.
  • Am Ende der Amtszeit muss er den ganzen Nachlass an die Erben herausgeben.

Fazit und Zusammenfassung

Die Vergütung des Testamentsvollstreckers ist im BGB nicht genau geregelt. Diese Lücke wird durch verschiedene Vergütungstabellen ausgefüllt, die in der Praxis und in der Rechtsprechung anerkannt werden. Die Höhe der Vergütung kann im Streitfall von ordentlichen Gerichten nachgeprüft werden. Was genau dann dabei rauskommt kann nicht pauschal gesagt werden, ergibt sich aber für den geübten Rechtsanwender mit wenigen Blicken

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